Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
95 Eine weitere Begegnung in New York hatte nicht minder große Bedeutung für den Künstler aus Erding. Dieses Mal verschlug es ihn ins Gramercy Park Hotel. Hungrig umstreifte Reiter die Gegend um die Luxusherberge. Plötzlich entdeckte er ein Lokal, das „Nürnberger Bratwurst Glöckl“, und – noch bes- ser – ein Schild mit „Hier spricht man deutsch“. „Das war für mich wie ein Halleluja“, lacht Reiter. Tatsächlich wuselten hier deutschsprachige Bedienungen mit sogar fränkischem Dialekt herum. Also machte es sich Reiter zum Essen und Trinken ge- mütlich. Da er damals einiges ver trug, wurde es spät, so spät, dass zuletz t nur noch ein Mann an der Bar saß. Mit ihm kam Reiter ins Gespräch, denn es stellte sich heraus, dass dieser einer der Besitzer des Lokals mit dem fränkischen Kolorit war. Rasch war das Thema Kunst auf dem Tisch. Da meinte Reiters Gegenüber, er würde einen Galeristen kennen. Am besten wäre es, ihn sofor t anzurufen und zum Gespräch dazuzuho- len, denn schließlich seien beide Freimaurer und da ginge so etwas jederzeit. Es war bereits mitten in der Nacht, und Rei- ter, der Nicht-Freimaurer, protestier te – vergeblich. Längst nach ein Uhr erschien der Mann und wurde bald darauf Rei- ters führender Galerist. Reiter fügt hinzu: „So ist das wirklich losgegangen.“ New York, New York Bundespräsident Richard von Weizsäcker erhält die Rei- ter-Lithograf ie „Homeland“ im Rahmen der Steuben-Parade, New York Schicksalhafte Begegnung im Chelsea Hotel in New York
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