Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

94 das in gebrochenem Deutsch. Es stellte sich heraus, dass die Tänzerin am Broadway aus Norwegen stammte, wo viele zu- mindest bruchstückhaft deutsch können. Was er denn so mache, fragte die Frau. Er sei Künstler und suche in New York gerade eine Galerie, antwor tete Reiter. Was er genau mache, bohr te die Frau nach. Seine Bilder seien Nacherzählungen eines norwegischen Dichters, erklär te Rei- ter. Daraufhin umarmte ihn die Frau spontan, denn es ging ja um den norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun. Nach die- ser überraschenden Bekundung ihrer Begeisterung fragte die Frau, ob Reiter denn schon in Norwegen gewesen sei. Dieser musste verneinen. Daraufhin beschloss die hübsche Blondine, ihre Familie anzurufen. Außerdem wohne im Stockwerk über ihr ein Künstler… Später stellte sie Reiter und den Künstler, Nahum Tschac- basow („der amerikanische Picasso“, wie der emigrier te Rus- se bezeichnet wurde), einander vor. Die Männer verstanden sich und malten sogar ein gemeinsames Bild, Reiter die rechte, der andere die linke Seite. Diese Begegnung habe Reiter mit den Galerien weitergebracht. Was jedoch bedeutsamer war : Das Treffen an der Bar führ te zu einem ersten Kontakt mit Norwegen und in letz ter Konsequenz zu einer Einladung nach Hamarøy. Auf diese Weise kam Reiter an den Wohnor t des von ihm so hochgeschätz ten Hamsun. Tore Hamsun mit der kleinen Victoria Reiter bei den Ham- sun-Tagen in HamarØy Das norwegische Modell Inga posiert in typischer Victoria- Pose für das spätere Ölbild „Victoria und Camilla“.

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