Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

92 R. L. Reiter “Pax Vobiscum“ Öl auf Leinwand 120 x 160 cm, 2006 Der Boden des früheren Weinbergs bei Eining in der Nähe von Neustadt an der Donau ist kein glatter Hügel, sondern auf fast unangenehme Weise uneben. Tatsächlich sind diese Unebenheiten nicht natürlich. Es handelt sich um überwach- sene Einschlagsstellen von Bomben. In den letz ten Kriegstagen des 2. Weltkriegs meinte eine SS-Einheit, hier noch deutschen Boden ver teidigen zu müssen. In den Mulden der Kriegsspuren hat Rudolf L. Reiter ein Mahn- mal für den Frieden angelegt und ihm den Titel „Pax Vosbis- cum“ („Der Friede sei mit euch“) gegeben. 11 Seine enorme Wirkung konnte das komplexe Kunstwerk entwickeln, weil es mit Assoziationen spielt, Tatsächliches mit den im kollektiven Gedächtnis abgespeicher ten Bildern von Krieg, Flugzeugab- stürzen oder gar den Anschlägen des 11. Septembers ver- knüpft. Es setz t mit der Simulation des Absturzes eines Pilo- ten, mehr noch eines Familienvaters, nicht eines beliebigen anonymen Soldaten, auf die Empathie des Betrachters und spricht unmittelbar dessen Emotionen an. Der kann gegen- über einer solchen Großinstallation im Realformat nicht kalt bleiben.

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