Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

88 Sichtbare Metamorphose Torfpyramide im Januar 2007 schlechthin – sein. Den Grundplan machte ein Zimmerer, denn der Plan musste offiziell eingereicht werden. Reiter wollte sei- ne Pyramide entlang der heutigen Flughafentangente in der Nähe des Flughafens München im Erdinger Moos bauen und brauchte das Okay und den geeigneten Or t von Seiten des Flughafens. Dann ging es endlich an die Arbeit. Eine Schrei- nerei aus Oberding baute das Grundgerüst. Bauern aus der Umgebung stachen den Torf. 10.000 Stück wurden verbaut und mit kleinen Holzspießen zusammengefügt. Die Pyramide sorgte für Furore, zumal sie begehbar war. Py- ramiden auf der ganzen Welt faszinieren die Menschen seit vielen Jahrhunder ten und tauchen immer wieder als Reminis- zenz vor allem an die des alten Ägyptens auf. Als Grabmäler sind sie ein Vorbild für manche Friedhofsarchitektur und sind Gestaltungselement in manchen Parks. Assoziier t werden mit ihnen Tod und Jenseits bzw. das Weiterleben im Jenseits nach dem Tod. Die Esoterik schreibt ihnen besondere Kräfte zu. Mini-Pyramiden sollen sogar Kraftfelder entwickeln und hei- lend wirken. Kein Wunder, dass Reiter nach dem Bau seiner Torfpyramide Anfragen erhielt, mit denen sich Esoteriker zur Meditation anmeldeten. Für Reiter, der selbst ein oder zwei Mal in der Pyramide übernachtete, war das in Ordnung. Er selbst hatte die Stimmung, ja, Aura des Or tes aufsaugen wollen. Für ihn ging es dabei um nichts Übersinnliches. Die Pyramide war für ihn ein Symbol der Metamorphose und der Vergänglichkeit. Aus Naturmaterialien erbaut würde sie irgendwann einstür-

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