Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

78 Wie „Genesis“ und „Apokalypse“ hat bereits „Finde dich selbst“ gezeigt, wie wichtig die Betrachtung des Originals ist. Nur so sind die Löcher erkennbar und ist damit die Verwun- dung der Leinwand, die Wunde selbst spürbar. Nur das Erken- nen solcher doppelter Verwundungen macht den Menschen hinter dem Künstler erfahrbar, versteckt dieser sich allzu oft hinter einer öffentlichen Fassade. Scheinbare Extrover tier t- heit verbirgt Unsicherheit und Schüchternheit. Das gern groß zelebrier te öffentliche Präsentieren von Kunstwerken ka- schier t die Introver tier theit des Künstlers, der sich nach wie vor in seinem Refugium, dem Atelierhaus im Atriumhof des Hauses am Rätschenbach, am sichersten fühlt. „zeige deine Wunde“ heißt eines der bekanntesten Environ- ments von Joseph Beuys in der Städtischen Galerie im Len- bachhaus in München. Helmut Friedel, von 1990 bis 2013 Leiter des Museums, schreibt dazu: „Die Arbeit zeige deine Joseph Beuys „zeige deine Wunde“ Lembachhaus, München III. Zeit(en) der Wiederkehr Wunden

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