Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

266 „Victoria V“ Ol auf Papier, 53 x 68cm, 1986 Künstlers begrüßte. Seine Einladung galt eigentlich schon für diesen Herbst, doch zwangen persönliche Gründe Rudolf L. Reiter das für ihn so bedeutende Norwegen-Intermezzo auf das kommende Frühjahr zu verschieben: Für mehrere Wo- chen wírd sich Reiter zurückziehen in eine „kleíne, beschei- dene Blockhütte“, versuchen, die Gefühls- und Gedankenwelt Hamsuns vor Or t nachzuvollziehen. Abgeschieden vom städ- tischen Trubel erwar tet sich Reiter ganz neue Inspirationen, ausgehend von der ihm bislang nur aus Filmen bekannten Na- turlandschaft und der Ar t der Menschen. Inspirationen, die er endlich gleich umsetzen kann in Skizzen, Bilder, auch Gedich- ten. Früher, erinner t sich Reiter, habe er sich ein Grundthema gestellt, eine nachdenkliche „Victoria“ quasi aus seiner Vorstel- lung und Intuition geschaffen, und erst anschließend erkannt, welcher Passage im Roman Hamsuns jener Darstellung genau entspricht. Wie für einen Film sucht er jetzt nach Menschen, die seinen Vorstellungen nahekommen, fühlt sich in diesem neuen Bestreben erinner t an die amerikanischen Künstler von Atlantic Beach, USA, die alle paar Jahre während eines Festi- vals bekannte Gemälde auf der Bühne nachstellen. Menschen, die seinem Gefühl nach den Personen aus Hamsuns Werken gleichen, sucht Reiter zu finden und originalgetreu darzustel- len. Ein Vergleich zwischen seinen früheren Bildern, die er im Frühjahr ‚85 nun endlich auch in Norwegen wird zeigen kön-

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