Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
261 soluten Willen, dies einzuhalten. Wenig später aber zwickt ihn das angefangene Gesamtkunstwerk. Es geht jeweils um die Symbiose mit dem Grundelement. Erst Erde, nun Wasser, im Juni Luft, später Feuer. Die „Vernissage“ vorab zeigt den Urzustand der Kunstwerke die nach Verbringung in eines der von Reiter als Grundelemente benannten Medien „ein Eigen- leben führen“. Sichtbar wird diese willentllich herbeigeführ te Veränderung - dieser Prozeß ist für Reiter Symbol für Meta- morphose - erst nach der Bergung seiner Werke im Vergleich mit dem dokumentier ten vom Künstler gewirkten Urzustand. „Wenn ich abbreche, ist Zeit der Wiederkehr nicht vollendet.. (Reiter).“ Dabei ist Stufe drei schon terminier t. Am 24. Juni ist Aufbau, am 27. Juni Eröffnung der Freilichtausstellung im Pfaffenhofener Landkreis. Er macht weiter, bleibt weiter auf der „Suche nach Göttlichem“. Die Idee dazu wurde vor zehn Jahren „in der Einsamkeit Norwegens geboren“. Aus dieser Zeit resultieren erste Aufzeichnungen und Skizzen für das Gesamtkunstwerk „Zeit der Wiederkehr“. Der Grundgedan- ke aber reicht bis ins Jahr 1983 zurück. In dem Projekt „Licht- felder“ auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen München/ Riem setzte er sich mit Tod, Leben, Sterben und der Frage, was nach dem Ende irdischen Lebens ist, auseinander. Dieser Prozeß hat ihn hin zur Auseinandersetzung mit Wiedergebur t geführ t. „Zeit der Wiederkehr“ ist wohl ein medienträchtiges Vorhaben, keinesfalls jedoch als von Reiters Werk losgelöst zu sehen. In seinem Gedankengebäude bilden diese Vorhaben ein logisches Viereck, das sich gedanklich zu dem fügen läßt, was er im Erdinger Moos bereits installier t hat: zu einer Pyramide. Die aber trägt - als Einzelvorhaben - auch den Titel „Zeit der Wiederkehr“. Damit schließt sich der Kreis.
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