Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

259 re lang renovier t wurde, Wirkt wie ein Kunstwerk: Durch und durch reines Ar t Deco. Vor dem Hotel die Antizipation des künstlerischen Hauptakts: Auf einer Acrylfläche über die sonst spielerisch das Wasser sich ergießt, ist ein informelles Bild Reiters festgemacht und vom Wasser umspült.. 23. April, 6 Uhr in der Frühe: Nun sind die Bilder am Strande wieder aus dem Wasser geborgen, Vorarbeiten wie Unter- lattung erledigt, die Werke zu einem Sandwich aufgestapelt und fest verpackt für die Reise. Kapitän und Crew, darunter Taucher, wurden von Deutschland aus angeheuer t. Beiboot in Richtung Ufer, Bilder mit Stahlseilen aufs Meer zur Jacht ziehen und dor t ver täuen. Schreibende Presse, Photographen und Kameraleute sind an Bord. Tagelang gab es Sturmwarnung, heute ab er ist das Meer glatt wie ein Bügelbrett. „Ein Wahn- sinnskitschiger Sonnenaufgang, der dich erschlägt. .(Reiter). ” Während die Jacht sich in gemächlicher Fahr t der Siebenmei- len-Zone näher t, sinnier t Reiter über sein Vorhaben nach. „Ir- gendwie ist das alles schon ein Ritual. Am Olympiapark haben wir ein Loch gegraben und die Bilder versenkt. Jetzt wollten wir sie ins Wasser bringen. Das ist keine Beendigung, kein Ende, sondern der Anfang einer Metamorphose, ein Sprung ins nächste Stadium, auf eine andere Ebene.“ Düstere Ab- schiedsstimmung macht sich dennoch breit. Die Ausrüstung an Bord ist perfekt. Beton, Eisen, Anker und Seile liegen parat, als die Peilung ergibt, daß sich die Hochseejacht jetzt zwischen den USA und Kuba außerhalb der Siebenmeilen-Zone über 17 bis 20 Meter tiefen Sandbänken befinden müßte. Menetekel Feier tagsstimmung. Bilder von der Stahltrosse an der sie hin- terher gezogen wurden, lösen, beschweren und in die Tiefe lassen. Das war‘s. Wendemanöver, Bug Richtung Küste dre-

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