Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

256 Aufbruch zu Teil II des vier teiligen Gesamtkunstwerks Zeit der Wiederkehr. Am 16. April 1998 hebt eine Maschine der Lauda -Air am Großflughafen im Erdinger Moos Richtung USA ab. Aus der Vogelperspektive auf seine Pyramide blickend, verabschiedet sich der Erdinger Künstler Rudolf L. Reiter mit mulmígen Gefühlen von der Heimat. Kribbeln im Bauch. Eine Ar t Lampenfieber vor Vernissagen, Kunstaktionen, Presse- terminen und Gesprächen, Treffen mit mächtigen Galeristen, Museumsleuten, Kunststudenten. Aufregung nach der Lan- dung in Miami: Klaus Voss, Manager des National Hotel, einer noblen Ar t-Deco-Herberge, erwar tet Rudolf Reiter, letzterer erfähr t Sekunden nach der Begrüßung eine unerfreuliche wie rasante Steigerung des Blutdrucks: Drei große Bilder sollten mit an Bord sein. Waren sie aber offensichtlich nicht. Rei- ter befürchtet, daß die Bilder überhaupt nicht transpor tier t wurden. Hektik und Betriebsamkeit. Dann die Erleichterung: Reiters Werke sind viel zu groß für die Passagiermaschíne. Deshalb hat man sie schon zwei Tage zuvor über den Teich geflogen. Dann die übliche Tour. Rechtsanwalt besorgen, Ein- und Ausfuhrpapiere für die Kunstwerke erwirken. Riesengag „Das ist immer eine spannende und mühselige Angelegenheit“, weiß Reiter zu berichten. „Als ich im Herbst 1997 in Chicago Skulpturenpark, Bass Museum, Miami Genesis – Wasser eine Kunstaktion in drei Bildern Bass Museum, Miami, USA Atlantischer Ozean, 1997

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