Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
255 satz zu Montreal - total amerikanisch geprägten Großstadt, besuchte Rudolf L. Reiter die größte Kunstausstellung, die es laut Werbung, je in Canada gegeben hat. Das Gesamtwerk von William Turner wurde und wird in der Ar t Gallery des Museums of Ontario gezeigt. Tiefe Eindrücke für den Tur- ner-Verehrer Reiter. Besonders die Aquarelle beschäftigen den Ausstellungs-Gast aus Erding. Als sich Reiter schließlich in Torontos feinster Einkaufspassage, den Collonades, über das Angebot der Galerien informier te, da traf er unvermittelt auf einen schmächtigen, geschäftigt wirkenden Kunsthändler. „Ich spreche auch Deutsch“, sagte dieser, als er merkte, daß seine englischen Ausführungen nicht das nötige Verständnis fanden. In Deutschland habe er lange gelebt, erzählte der Galerist. „Wo denn?“, wollte Reiter wissen. „Das werden Sie nicht ken- nen“, lautete die Antwor t, „eine kleine Stadt bei München. Er- ding heißt sie.“ Große Überraschung. Schließlich stellte es sich heraus, daß Eugen Karniol, so heißt der Besitzer von Torontos Kar Gallery, gleich nach dem Krieg Treuhänder im Baugeschäft Auer war. In den fünfziger Jahren kehr te er Erding wieder den Rücken, um sein Glück jenseits des großen Teiches zu machen. Er hatte keinen Bezug mehr zu Erding - bis eines Tages im No- vember 1980 ein bekannter Erdinger Maler in seine Galerie trat. Nun möchte er mit diesem Maler eine Ausstellung veran- stalten - voraussichtlich im September 1981. Der Termin steht noch nicht exakt fest. So klein ist die Welt. Wilhelm Dietl Sammler aus aller Welt bei Reiters Ausstellung „Metamorphosen“ in der Gallery Art 54 bei, 1988 Michael Shacham und Rudolf L. Reiter, New York, 1980
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