Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
250 terung konsumier t. Der vor 63 Jahren im Mississippi-Delta ge- borene schwarze Vollblut-Musiker war damals bereits ein My- tos. Und eines der wichtigsten Vorbilder, der sich langsam entfaltenden Beat-Szene. Rolling Stones und Animals sind nur zwei Namen in der großen Gefolgschaft des Altmeisters. Er und einige Gleichgesinnte hatten den Blues in den fünfziger Jahren elektrifizier t. Sie verstärkten ihre Gitarren und Mund- harmonikas, erzielten unerbittliche emotionale und rhy thmi- sche Intensität. John Lee Hooker sitzt heute schier unerreich- bar im Olymp der amerikanischen Blues-Musiker. Er lebt in Kalifornien und macht sich, soweit es seine Gesundheit er- laubt, auch alle Jahre wieder zur Europa-Tournee auf. Im Mai wird er erneut nach München kommen. John Lee Hooker zu Reiter: „Ich hoffe, daß wir uns dann wiedersehen.“ Vorerst werden sich die beiden, deren Gespräch von der Ausdrucks- stärke ursprünglicher Musik und Malerei handelte, mit den ausgetauschten Eigenerzeugnissen trösten müssen. Immerhin: Durch John Lee Hooker hängt das erste Reiter-Bild in der amerikanischen Westküste. Seine Platten gibt es in Deutsch- land schon länger. Dafür dürfte im April 1981 eine Überra- schung fällig sein. Dann stellt nämlich Rudolf L. Reiter in der angesehenen Galerie des Bildhauers Michael Shacham im New Yorker Künstlervier tel Soho aus - eine Frucht des USA-Trips. Vier Wochen lang werden die Bilder des Erdingers (vom 5. April an) zu sehen sein. Und darunter ein Por trät des Blu- es-Mannes John Lee Hooker. Er werde, so versprach er, zur Vernissage - im englischsprachigen Raum opening geheißen - im anreisen, wenn es ihm die Zeit erlaube. Allein, um sich mal Begegnung mit Jonathan Boro- fsky „Hammering Man“ in der Galerie von Michael Shacham in New York, 1983 Ausstellung in Chuck Levitan Gallery, New York Michael Shacham, New York City, Skulpturen Rudolf L. Reiter, München, Gemälde und Lithograf ien
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