Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
242 voreingenommenem Wohlwollen um den von der Modezeit- schrift Madame eingeführ ten Bayern. Rudolf L. Reiter war am Ostermontag angereist, um eine neue Edition in die Druck- technik umzusetzen, deren Perfektion deutschen Renommier- druckern anscheinend nicht geläufig ist. Mit eben diesem Bild soll der bald 36jährige Erdinger im Juni-Heft der so umfang- reichen wie teuren Couture-Gazette präsentier t und erklär t werden. Der einschlägig waltende Publizist Hannes Reinhardt wetzt bereits die Feder. Madame will diese Mooslandschaft nicht nur zeigen. sondern über den Münchner Ver trieb „kunst publik“ unter die Leute bringen. Deshalb wurden mit Hilfe des Künstlers 175 Stück des neunfarbigen Werkes auf schwere Ar- ches-Bütten über tragen. In einer Ar t, die das Handwerkliche nicht nur ahnen läßt, die sich nachgerade deutlich von der eher automatisier ten Verbreitung durch phototechnische Metho- den unterscheidet. Denn bei Gourdon wird vieles von Hand fabrizier t, was die Kollegen im schwarzen Gewerbe diesseits des Rheines Maschinen überlassen. Nicht umsonst wurden in der Druckerei beim Por t d‘Orleans im Pariser Südosten schon aufsehenerregende Gemälde von Könnern wie Dali, Ernst, Kokoschka oder Kohlmann für Kenner über tragen. Daß auch weniger bekannten Profis eine Chance winkt, in den Reigen der Größen aufgenommen zu werden, zeigt das Beispiel des Erdingers Reiter. Der, seiner festen Überzeugung nach, in der Heimat (und speziell bei der Auswahl der Kulturpreisträger) Unter den Gästen der Vernissage der Reiter- Ausstellung in Paris: Frankreichs Staatspräsident Francois Mitterand
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