Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

241 den hat. Wie „Jacky“ klingt das - und somit für das Moosvolk verdächtig nach auswär ts. Chesqui, in seiner verqueren Ar t ein kultigläubiger Sonderling, kann davon erzählen, wie er in Notzing stets beflissen gemieden und nie akzeptier t wurde. So hat er sich mehr recht als schlecht über Wasser gehalten, zusammen mit seiner Frau als Untermieter beim Kandler. Ge- arbeitet hat er dann auch mal, surrealistisch gemalt. Neue Edition Das tut er heute ebenfalls im Pariser Stadtrandvier tel lvry. Und so kam es, daß er dem eher mit Breitenwirkung gesegne- ten - und damit ihm eigentlich konträren - Erdinger Rudolf L. Reiter außer Jagdszenen aus dem Moos nichts zu geben wuß- te. Nur die Umgebung verband sie. Chez Yvette verkündet die Aufschrift auf der anderen Stra- ßenseite, und daß hier Kanterbräu durch den Zapfhahn fließt. Le Maitsouris heißt die Kneipe an der Ecke Rue Paul For t und Rue pere Corentan. Dor t trinken die Pichler Stella Ar tois. Reiter und Chesqui verschwanden dagegen im unscheinbaren, beinahe schäbigen Eingang mit der Hausnummer 37. Der Ver- witterung erheblich unterworfen, steht darüber geschrieben: „impression édition . . . d`ar ts lithographiques“. Das Mißtrauen R. L. Reiter im Atelier Gourdon Paris 1980. Die Original-Lithograf ie „Wenn der Nebel steigt“ entsteht im Auftrag der Madame Edition. in die Äußerlichkeiten muß fallengelassen werden, sobald das Winz-Büro, in dem alle Kunden abgefangen werden, passier t ist. Denn dahinter tut sich eine der angesehensten Drucke- reien der französischen Hauptstadt auf. Das Atelier Gourdon gehör t zu den Weihestätten der Kunstvermehrung, zu den Ruhmestempeln des Kunstdrucks. Einen Monsieur Gourdon scheint es auch zu geben. Er trat nur in den zehn Tagen nie in Erscheinung, die Monsieur Reiter von der Sempt an der Sei- ne verbringen durfte. Statt dessen kümmer te sich der joviale, stets gut gelaunte Geschäftsführer Alain Augustinie mit un- Plichtbesuch Eiffelturm

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