Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
234 mit ihm gesprochen und ihm Rudis Arbeiten gezeigt haben - an einer Ausstellung im Museum interessier t. Wir bitten ihm um einen kurzen Rundgang durch das Museum. Ein Wunsch, den er uns gerne erfüllt. So kommen Rudi und ich dann doch noch zu einer ganz persönlichen Führung durch das Museum und zu C.D.F.`s Bildern. Als wir vor dem Bild „Ruine Eldena“ stehen, erfasst uns beide ein seltsames Gefühl. Obwohl sie von C.D.F. in eine völlig andere Landschaft, das Riesengebirge, versetz t wurde, atmet sie doch die ganze Stimmung des „Ori- ginals“. Und Rudis geistige Verbindung zu diesem Maler wird bewusst in jedem Pinselstrich, jeder Farbnuance. Dann, einen Stock höher, in die „Sammlung pommerscher Kulturstiftung“. Eine Ausstellung, die gerade im Augenblick läuft und Bilder aus den verschiedensten Städten Ostdeutschlands zeigt. Da- runter auch einige Zeichnungen von C.D.F.: seine Mutter, ein Selbstbildnis und dann - wir wollen es nicht glauben - ste- hen wir plötzlich vor dem Original des Motivs, das ich für die Einladung an Rudi als Titelmotiv ausgewählt hatte. Der Kreis schließt sich. Am letz ten Tag unserer Reise finden sich Ur- sprung und Ziel zusammen. Wir sind tief beeindruckt. Herr Lewandowski erklär t sich bereit für ein Foto zusammen mit Rudi vor dem Gemälde „Eldena“. Also sprinte ich zurück zu unserem Auto und fahre - obgleich verboten - durch eine Straße, die direkt zum Museum führ t. Denn die Zeit drängt und Herr Lewandowski hat Gäste, die auf ihn war ten. Prompt erscheinen die „Hüter des Gesetzes“. Aber sie zeigen sich aufgeschlossen, als ich ihnen erkläre, wichtige Unterlagen für das Museum dabeizuhaben und gestatten die Durchfahr t. So klappt es dann noch mit den Fotos. Wir verabschieden uns von Herrn Lewandowski und vereinbaren, in Verbindung zu bleiben. Er wird uns den Termin für die Ausstellung mittei- len, so bald die Planung abgeschlossen ist. Danach machen wir noch einen Bummel durch die Stadt. Und stehen plötzlich in der Nikolai-Kirche. Welch ein Gotteshaus! Das strenge, goti- sche Gewölbe aufgelöst durch filigrane, romantische Bögen mit verspielten Glaseinsätzen. Auf dem Hochaltar ein golde- nes Kreuz, schlicht, ohne Zierrat. Man spür t die Handschrift C.D.F. In den Boden eingelassen alte Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhunder t. Überall werden alte Wandfresken wieder freigelegt, die hinter weißer Tünche verborgen lagen. Eine Stimmung, die uns ganz gefangen nimmt. Dann - nach einem weiteren kurzen Bummel, einer Tasse Kaffee mit Krap- fen, Bratwurst und einer Dose Bier, geht es mit dem Auto weiter. Richtung Rostock. Am Abend erreichen wir die Stadt und unser Hotel „Gastmahl des Meeres“. Hier werden wir also die letz te Nacht unserer Reise verbringen. Nach dem Auspacken geht es erst mal los auf einen Rundgang durch die Stadt. Welch ein Unterschied zu den anderen Städten und Or ten, die wir gesehen haben! Eine moderne Stadt mit mo-
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