Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
228 Hildegard Zillmann (li.) Leite- rin der Orangerie mit Michael Wessling Ausstellung R. L. Reiter im Museum Orangerie, Putbus Mittwoch, 11.September 1991 Früh aufgestanden. Spaziergang am Meer. Ein Bauta-Stein wird spontan aufgestellt. Ein Platz für das geplante abendliche La- gerfeuer gefunden. Nach dem Frühstück Abfahr t zu den Krei- defelsen. Die Straße auf den letz ten Kilometern - der reinste Holperweg. Aber dann - vom Parkplatz mitten im Wald den Weg entlang - öffnen sich die Bäume und geben den Blick frei auf die faszinierende Welt der Kreidefelsen. Schroffe, spitze Strukturen steigen empor, teils skulpturenhaft geformt, von Sträuchern und Buschwerk eingerahmt. Im Hintergrund das Türkisblau des Meeres. Ein märchenhafter Anblick. Wir wol- len hinunter zum Strand, ans Wasser. Aber zunächst ist erst mal ein steiler Abstieg über ca. 50 mtr. per Holzsteigen und -leitern zu bewältigen. Am Ufer eine bizarre Welt aus Steinen, Sand, Baumstämmen, Seetang. Am Wasser entlang geht es, längs einer sich immer wieder in neuen Perspektiven zeigenden Landschaft. Geformt aus weiss leuchtenden Kreidefelsen, steil abfallenden Lehmbrüchen und überall dem Grün der Bäume und Büsche. Es geht weiter. Der Weg wird immer schlimmer. Zuletz t Betonplatten-Marathon rechts Kleingar ten-Idylle. Voran ein Backsteinhaus. Wir sind am Ziel. Wir werden freundlich aufgenommen. Herr Bar tel kocht Tee, sein Atelier unter dem Dach strahlt eine gemütli- che Atmosphäre aus. Wir sprechen über unser Anliegen. Herr Bar tel schaut sich Rudis Katalog an, er ist sehr angetan von den Bildern. Man kommt überein, für den Herbst 1992 eine Ausstellung in der Orangerie zu planen. Anschließend lädt uns Herr Bar tel ein, mit ihm einen besonders schönen Teil der Insel kennenzulernen. Und in der Tat: Die ehemaligen Krei- debrüche inmitten einer faszinierenden Landschaft sind wirk-
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