Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
208 Auf dem langen Weg bis zur Realisierung hatte es unter an- derem eine Diskussionsrunde in seiner Galerie gegeben, in der epochale Ereignisse der letz ten zwei Jahr tausende be- sprochen wurden. Mit seiner Kunstaktion „Bis unsere Leben wieder eins sind - Zeit - Zeichen der Wiederkehr“ wurde im Munich Airpor t-Center auch die Ausstellung „Epochal 2000“ von Rudolf L. Reiter eröffnet. Dor t, wo man die Einkaufs- meile verlassen kann, um in das segelüberdachte Forum zu gelangen, wird jetz t von Stellwänden ein weitläufiges Areal geschaffen, das zwischen Hightech, Backwaren und Airbräu eine ganz andere Welt zeigt. Rudolf L. Reiter hat subjektiv und fur sich befunden, was die Jahrhunder te in besonderer Weise prägte und er hat für die Darstellung die unterschiedlichs- ten Formen und Materalien benutz t: Bilder, Skulpturen, Grafik und Installation greifen große Ereignisse und Personen aus der Vergangenheit heraus. So tauchen Bilder von Charles Darwin oder Friedrich Nietzsche auf, Jeanne d‘Arc oder Papst Johan- nes Paul ll. sind auf Leinwände gebannt, auf denen Farbe wie Zeit verrinnt. Und er hat in diese Galerie der „Machthaber“ Adolf Hitler aufgenommen als „einen der größten Menschen- vernichter aller Zeiten“. Rudolf L. Reiter thematisier t auch die Wissenschaftler, Bibel oder Erfindungen: Eine lnstallation zeigt Schriftkasten mit Lettern, die mit einer Druckerpresse als Mittelpunkt das Viereck einer Buchseite bilden könnten. Fast ein bißchen stiefmütterlich nach außen gedrängt zwei Bil- der zu einem Thema, das nicht nur in Zusammenhang mit seiner Person überrascht. ln Comic-Manier marschier t ein Zinnsoldat, Pumuckl kleckst aufs Papier und Recht hat er ei- gentlich, der Reiter, auch Märchen veränder ten unsere Welt, wenn leider die der Erwachsenen zu wenig nachhaltig. So sind zahlreiche Aspekte der Grundidee aufgegriffen, auch mit ei- nem Bauteil aus der Elektronik auf der Leinwand umgesetz t oder als Skulptur in den Raum gestellt. Doch das ausgespro- chen hochkarätige Publikum war nicht nur wegen dieser Ex- ponate zum Munich Airpor t-Center gekommen. Eine Treppe höher auf dem freien Gelände wurde Rudolf L. Reiters Koloss der Erinnerung, eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 3,5 Metern und einem Gewicht von 12,8 Tonnen zusammen- gefügt. In ihm werden Gegenstände aus den unterschiedlichs- Stahlskulptur gegenüber dem München Airport Center Der Künstler als Bildhauer Milleniumskugel, Airport München
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