Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

197 präsentier te Größenwahn. Seine Frau Hilde und seine Familie reagier ten in dieser Situation klug und wurden für ihn zum ausgleichenden Ruhepol. Jedoch schnell konnte die ausgepräg- te Hochstimmung in eine sehr traurige, gedrückte Stimmungs- lage und Freudlosigkeit wechseln. Hier zog Rudolf sich zurück und flüchtete zum Teil vor den Menschen. Meditieren stand jetz t im Vordergrund und bildete u.a. die Grundlage für seine Kreativität. In den verschiedenen Phasen seiner Stimmungs- lage entstanden die einzigar tigen, jedoch unterschiedlichen Kunstwerke. Seine Werke bringen das „innere Selbstpor trät“ zum Ausdruck, mit seinem bewussten und unbewussten see- lischen Befinden, seinen Erfahrungen, Selbsteinschätzungen sowie der unbegrenz ten Freiheit des bildnerischen Tuns. Sein Unterbewusstsein durchstreift dabei grenzenlose Räume und Lichttäler, kreuz t Wege Vorhergegangener, erlebt Vorherge- gangenes, spür t die physischen Kräfte des Kosmos, reagier t auf feine Empfindungen und Seelenängste sowie durchlebt ein beinahe poetisches Universum. In tiefer Konzentration füh- ren somit seine fast magischen Hände, versetz t in malerische Bewegungen, über das Sichtbarmachen von Geist, medita- tiver sowie seelischer Kraft zu den sichtbaren einzigar tigen Bildwelten. Mit dem Kreieren phänomenaler Kunstwerke ist Rudolf L. Reiter immer auf der Suche nach seiner ureigenen Selbstfindung und versucht, unbewusst die „Wunden seiner Seele“ zu mildern. Für mich und viele andere ist Rudolf L. Rei- ter eine außergewöhnliche, höchst interessante und zutiefst empfindsame Persönlichkeit und ein Genie auf künstlerischem Gebiet. Hervorzuheben sind noch die kunsttherapeutischen Projekte mit psychisch kranken Menschen unter Federführung von Rudolf L. Reiter an der Städtischen Psychiatrischen Klinik Dresden-Oberloschwitz und an der Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer. Im Rahmen dieser kunsttherapeutischen Workshops ist es Reiter gelungen, mit seiner sympathischen Ausstrahlung und mit viel Empathie „individuelle Energiefelder“ von Patien- ten, Personal und Gästen zusammen zu führen und zu einem schöpferischen Ganzen – einem Gesamtkunstwerk – zu ver- einen. Diese Form der malerischen Kunsttherapie hatte kreativ sti- mulierenden Charakter, wobei Patienten verlorengegangene Fähigkeiten wiederentdeckten, Selbstver trauen erlangten, ihr Selbstbewusstsein steigern konnten und teilweise psychische Stabilität wiedererlangten. Abschließend möchte ich meinem bewundernswer ten Freund Rudolf L. Reiter noch viel Energie bei der Verwirklichung weiterer Kunstwerke und vor allem stabile Gesundheit wünschen. Har tmut Reinbold

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYwNjk=