Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
187 Der Meister prüft seine Druckvorlagen ein europäisches Königshaus (D. S.) soll er 24 kleinformatige Holzschnitte eines unbekannten Holzschneiders aus dem Mit- telalter als Faksimile neu drucken. Die wer tvollen Druckstö- cke gefunden in der Bibliotekh eines alten Klosters erfordern äusserste Sorgfalt und Können. Selbst die Druckwerkstätten der Akademie trauten sich nicht an diese Aufgabe heran. In einer heimischen Druckerei welche noch über die erforderli- chen Druckerpressen verfügt, fer tigt Reiter die Holzschnitte auf handgeschöpften Bütten. Der Auftraggeber ist begeister t, Reiter hat erneut eine Herausforderung bestanden, sein wohl bis dato letz te Arbeit als Kunstdrucker. Natürlich sieht der Künstler dieses Erlebnis als Zuteilung einer höheren Ord- nung, einer Ar t von Metamorphose - galt es doch die geisti- ge, mentale Kraft des Schöpfers der Holzschnitte wieder zu wecken, in sichtbare Grafiken umzuwandeln. November 1998 macht Reiter mit einer noch nie dagewesenen Aktion auf sich aufmerksam. Mit dem Münchner Merkur star tet er die ers- te rasterlose Original Weltgrafik- Zeitungsedition. Erstmalig wird eine Original-Druckgrafik im Medium Zeitung verbreitet. Reiters Idee eine Weltgrafik Edition entstand während eines Studien Aufenthalts auf den Lofoten. In seinem Gastatelier auf der norwegischen Inselgruppe am Polarkreis, schuf er fur die heimischen Knut Hamsun Tage einen Holzschnitt für die Tageszeitung - Lofotposten. Das Ergebnis ist die Zeitungs Edi- tion. Der Künstler möchte in jedem Land der Welt mit einer Tageszeitung die Grafik Aktion verwirklichen. Entsprechend dem Druckverfahren des jeweiligen Printmediums, fer tigt er die Grafiken direkt auf den erforderlichen Druckträger. Dabei handelt es sich nun bei der ersten Auflage um ein Motiv aus dem Zyklus „Victoria“. Der Künstler bearbeitet vier separate Druckvorlagen, für den Druck der Farben Blau, Rot, Schwarz und Gelb. Erst in der Druckmaschine wurden sie durch das aufeinanderdrucken der einzelnen Druckplatten zur sichtba- ren Grafik vereint. Das Blatt ist also keine einfache Reproduk- tion, sondern ein Original, denn es existier t nur in der Form einer Zeitungsseite. Die Leser sollten die Arbeit sorgfältig aufbewahren, am besten einrahmen, empfahl der „Münchner Merkur“. Ihr Wer t richte sich dadurch, wie viele Exemplare aus der Auflage von 247 000 über die Jahre hinweg erhalten bleiben, wieder schafft Reiter ein sichtbares Zeichen von Metamorphose. Am Samstag 21. April 2001 veröffentlicht die „Passauer Neue Presse“ eine Original Grafik Reiters - es handelt sich um ein rein Informelles Motiv. Die Druckgrafik erscheint aus Anlaß einer großen Werkschau des Künstlers, in der Gotischen Halle der Burg, Burghausen. Ein Jahr später am 09. Mai 2002 zeigt die Stadtresidenz Landshut die Ausstellung - „R. L. Reiter Mysterien des Lebens“ begleitend zur Werk- schau, erscheint in der „Landshuter Zeitung“ die Zeitungs- gra?k „Zeit der Wiederkehr“ ein Informelles Motiv aus dem
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