Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

186 von Druckplatten, auf denen er mit Objekten, Papier, Kar to- nagen, Sand, Grashalme u. a. Strukturen und Formen vergab, die dann später beim Druck als abstrakte Bildkomposition in unterschiedlichen Tonwer ten sichtbar werden. Er erzielt mit Hilfe des Sonnenlichts Abstufungen von Helligkeit und Tiefen- wer te. Das Werk selbst entsteht in der Druckerpresse. Die Grafik „EDDM-QNH 1022“, wird nach dem Wetter-Code vom 12. Juli 1984 benannt. „Die Sonne ist 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Sonne, dieser ständig glühende Gasball setz t ungeheure Mengen von Energie frei. Energie, die das Leben auf der Erde möglich gemacht hat. Ich werde den Versuch einer „energy ar t“ unternehmen ...! Natur und Kunst als sichtbares Zeichen von Einheit und Körperhaftigkeit, von Geist und Seele“. 1986 erstellt der Künstler drei Lichtdrucke für die Lufthansa - Edition „Künstler der Welt“. 3 x 3000 Stück als Präsente für die First Class Gäste. Ein Jahr darauf erscheint in den Staaten für Lufthansa USA das Mappenwerk „Die Möve Jonathan„ 1/100. Und zur 400jährigen Entdeckung Amerikas erhält Reiter den ehrenvollen Auftrag eine Grafik zu schaffen, die Edition „Aufbruch in eine neue Welt„ nennt der Künstler die Auftragsarbeit. Auftraggeber ist erneut die Fluggesellschaft Lufthansa. Im gleichen Jahr arbei- tet Reiter an einer Grafik Serie für die Weltfirmen Hewlett- Packard und American Airlines. Für die Arzneimittelwerke Kanoldt, sowie für die Dresdner Arzneimittelwerke ein Un- ternehmen der ASTA Medica. Ende der Achzigerjahre widmet sich Reiter nur mehr seiner eigenen künstlerischen Arbeit, seine vielen Reisen und Studienfahr ten setz t er in sichtbare Bildwelten um, faszinierende Übersetzungen auf der Suche nach sichtbaren Ergebnissen von Vereinigung von Kunst und Natur. Auch wenn Reiter sich natürlich in erster Line als Ma- ler und nicht als Grafiker versteht, hat er mit seinen Grafiken einen bildnerischen Reichtum entwickelt dessen technische Raffinessen und Eigenständigkeit, dessen historische Bedeu- tung es auch nicht mehr zu wiederlegen gilt. So hat Reiter, seit 1958 bei seinem Eintritt in die Lehre als Hochdrucker, bei der Münchner Druckerei Schütz, ständig daran gearbeitet konse- quent und vielfaltig die künstlerische Anwendbarkeit industri- eller Drucktechniken zu Verbessern und auf dem Kunstmarkt durchzusetzen. Allen Anfeindungen zum Trotz, was soll`s, Rei- ter war immer seiner Zeit voraus, stammte er doch von einer eingesessenen Druckerfamilie heraus. Der Vater Ludwig Rei- ter war Maschinensetzer, sein Bruder Handsetzer und schon als 10 jähriger Bub druckte er im Elterlichen Betrieb Linol- schnitte von Comic-Figuren wie Sigurd und Prinz Eisenherz. Inzwischen sind ca. 150 Grafiken entstanden, nicht mitgezählt die vielen Hochdruck Plakate und Schablonen Drucke. 1998 erreicht ihn ein ehrenvoller wie interressanter Auftrag, für

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