Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

184 Originallithograf ie „Klosterwiese“, Roth-Händle-Edition Hamburg, 1978, 1-300 Originallithograf ie „Kartoffelfeuer“, Roth-Händle-Edition Hamburg, 1978, 1-300 Joseph Beuys und viele mehr. 1976 holt der Münchner Idion-Verlag Reiter als Berater für seine Editionen und Faksimilies. Reiter arbeitet an der Entste- hung der zweiundvierzigzeiligen Gutenberg Bibel, ein Meis- terwerk der „Faksimile Kunst„. In der Lichtdruck AG, eine der führenden Druckanstalten der Welt, in Dielsdorf in der Schweiz wird die Reproduktion von Gutenbergs Meisterwerk im Lichtdruckverfahren umgesetz t. 1977 arbeitet Reiter für den Idion Verlag im Druckhaus Mat- thieu, Zürich, es gilt Joseph Beuys Wandtafel „Letter from London„ drucktechnisch umzusetzen, man entscheidet sich für Steindruck auf Matt-Lithopapier, kaschier t auf Holz, wie- der ist Reiter für die Ausführung und Drucküberwachung verantwor tlich. In den kommenden 10 Jahren wird Reiter im- mer wieder für drucktechnische Beratungsdienste weltweit einer Auflage von 300 Exemplaren sind meist in wenigen Tagen vergriffen. Es folgen zwei weitere Motive „Klosterwiese„ und „Kaltoffelfeuer„. Eine endlose Debatte entsteht in den 70er und 80er Jahren über Originalgrafiken und Drucke. Reiter wird immer wieder kritisier t, er betätige sich als Scharlatan, nichts bleibe von den angewanten Techniken eines Toulouse Lautrec, Munch, Goyas und Picasso in Reiter „Anti - Grafik„ übrig. Dabei vergessen die selbsternannten Kritiker das Reiter eben diese tradier te Verwendung dieser künstlerischen Mittel bewusst ablehnte. Heute 40 Jahre später bedienen sich alle namhaften Künstler fast ausschließlich fotografischer Repro- duktiontstechniken, wie zum Beispiel: Gerhard Richter, Sig- mar Polke, bis hin zu Andy Worhol, Rober t Rauschenberg und

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