Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
183 trotz eigener Existenzängsten Künstler zu werden. In vielen ist Reiter der Antipode einer Künstlergeneration die ständig hinterfragt, ist Kunst alles, was der damit befaßte Teil der Ge- sellschaft dafür hält. Bis zur sophistischen Aussage des Malers Ad Reinhardt: „ Kunst ist nur als Kunst, Kunst„ alles andere ist alles andere. Reiter holt teils seine Inspirationen für seine Original Anzeigenseite aus dem Stern von 1974 mit dem ersten Motiv von Rudolf L. Reiter „Victoria I“. Der Stern erschien immer montags, am darauffolgenden Mittwoch war die Gesamtauf lage von 300 Stück schon vergriffen. ersten Grafiken aus dem Duell mit dem Träger Material durch Manipulation, wie Frottage Grattage oder Décalcomanie wird eine Ar t Aktionsfeld erstellt, auf dem sich dann Formen und Strukturen zu Bildfindungen vereinen. In klassischer Manier schafft er Grafik nach der von Alois Senefelder erfundenen Technik auf Solnhofener Plattenkalk. Holz- und Linolschnitte entstehen, Schablonendrucke, er experimentier t mit Kupfer- platten, schabt, ritz t Motive in Kunststoffträger. 1974 verlegt der Hamburger Roth-Händle Kunst und Musik Verlag sechs Motive des Victoria Zyklus Reiters. Der Künstler wählt wegen einer möglichst nahen Anlehnung an seine Origi- nale (Frottage, Öl auf Papier) für die Grafiken eine Kombina- tion zwischen geraster ten fotografisch reproduzier ten Filmen und im Lichtdruck verwendeten Druckvorlagen. Die Blätter in
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