Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom

151 Der Lichtdruck auf Stein war es, der Dich anzog – und das in Zürich vorhandene Kow-how, dieses rasterlose Druckverfahren auch über einen gewöhnlichen Druckträger, nämlich Offset- maschinen, herstellen zu können. Das war es, was Rudolf L. Reiter für die Erfüllung seiner Vision noch fehlte. Doch Reiter fand in Zürich nicht nur den Kontakt zu neuen Drucktechniken. Er fand damals auch den Kontakt zu jenen Künstlern, die gleich nebenan in den Ateliers der Lichtdruck- Tochter Matthieu diese Techniken für ihre Arbeiten einsetzten. Reiter schaute damals Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg, Christo, Twombly, Hunder twasser, Bruni,Wunderlich und Beuys – um nur einige bekannte Künstler der Moderne zu nennen – über die Schulter. Immer auf der Suche nach neuen Finessen für seine Arbeiten. Wegen seiner drucktechnischen Fer tigkeiten war Reiter schnell von den Großen der Kunstszene akzeptier t. Das führ te dazu, dass einer von ihnen, Joseph Beuys, bei seiner Edition „Letter from London“ für unseren Verlag darauf bestand, diese in Zusammenarbeit mit Rudolf L. Reiter herzustellen. Der Anfang einer nicht nur geistigen Verbundenheit Reiters mit Beuys – über dessen Tod hinaus. Denn 25 Jahre später, knüpft Reiter mit seiner Aktion „Zeig mir die Wunden Deiner Seele“ an diese Züricher Begegnungen mit Beuys an. Hatte er damals 34 Rudolf L. Reiters Performance in Erinnerung an Joseph Beuys: „Zeig mir die Wunden deiner Seele“ Immer auf der Suche nach neuen Finessen

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