Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
144 Man muss es wohl eine glückliche Fügung nennen, als sich im Lauf des Jahres 2012 der Verein „Sammlung Rudolf L. Rei- ter e.V.“ und die Stadt Erding darauf einigten, dass die rund 90 Bilder und Skulpturen im Besitz des Vereins an die Stadt gehen. Denn da der Verein seine Auflösung betrieb – „die Mitglieder haben ein gewisse Alter erreicht, ein Weiterführen im Sinne der Statuten ist nicht mehr möglich“, erklär te Ku- rator Otto Berger damals -, beherbergt das Museum Erding jetz t einen wichtigen Teil aus dem Schaffen des bedeuten- den zeitgenössischen Künstlers. „Wir wollten die Sammlung in Erding halten, weil der Bezug zur Stadt gegeben ist“, sagt Oberbürgermeister Max Gotz. Rudolf L. Reiter ist gebür tiger Erdinger, noch heute lebt und arbeitet er in seinem Atelier in der Innenstadt. Zehn Jahre hatten die Mitglieder des Vereins Werke des Malers, Grafikers und Bildhauers erworben und in der Sammlung zusammengetragen. Den unmittelbaren Auslöser für die wer tvollste Einzelschen- kung in der Geschichte des Museums Erding bildeten im Üb- rigen akute Raumnöte. Nachdem die Sammlung lange Jahre in der Münchener Straße und dann in der Landshuter Straße zu sehen war, benötigte der bisherige Vermieter, die Fischer’s Wohltätigkeitsstiftung, die Räume selbst, eine For tsetzung des Mietver trags zu sehr konzilianten Bedingungen war nicht mehr möglich. Um die Werke Reiters jedoch an die Kommu- ne übergeben zu können, mussten die Vereinsmitglieder eine wegweisende Entscheidung treffen, da die Statuten vorsahen, die Sammlung im Fall der Vereinsauflösung an die Bayerische Staatsgemäldesammlung in München zu übergeben. „So rich- tig wollte das aber niemand, es schien nicht passend“, sagt Berger. Das Museum Erding zeigt seit der offiziellen Übergabe im Juni 2013 einen Ausschnitt der Sammlung in einem eigens dafür zur Verfügung gestellten Raum. Von den 44 Originalbildern, 49 Lithographien und drei Skulpturen können – mangels Aus- stellungsfläche - jeweils nur Teile ausgestellt werden. Aller- dings umfassen sie sämtliche Schaffensperioden Reiters von der informellen Kunst bis zur modernen Romantik. Das ältes- Im November 2001 gründen Freunde und Förderer des Künstlers die Sammlung Rudolf L. Reiter. Hilde Reiter hat in den drauf- folgenden Jahren bis zu ihrem tragischen Tod unermüdlich die Sammlung aufgebaut, gef ördert und belebt. Es ist ihr gelungen in dieser Zeit 44 Exponate für die Sammlung zu gewinnen. Museum Sammlung Rudolf L. Reiter, Katharina-Fischer-Platz, Erding. Museum Erding - Eine glückliche Fügung Sammlung Rudolf L. Reiter bleibt in Erding
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