Rudolf L. Reiter - Gegen den Strom
105 Kai und Handelsstation. Am Leuchtturm trafen schließlich der Mann und die Frau aufeinander. Die Frau sprach Reiter an, erst norwegisch, dann englisch, schließlich deutsch. Die damalige Studentin berichtete, dass es im Leuchtturm ein Spinett gebe. Das würde in der kom- menden Nacht ins Freie gebracht. Sie lud Reiter ein hinzuzu- stoßen, denn dann würde sie darauf spielen. „Wunderschön“, sei ihr Spiel gewesen, schwärmt Reiter. Vier Jahre lang war diese junge Frau seine Muse. Muse meint in Reiters Fall das inspirierende Modell. Er habe sich immer zurückgehalten bei den Frauen und vor allem de- nen in Norwegen. Diese wären nämlich allzu gerne bereit ge- wesen, mit den Männern mitzufliegen, nur um aus der oft öden Gegend wegzukommen. Manch eine reiste damals dem potentiellen Par tner hinterher und stand plötzlich vor dessen Haustür. „Da ist es dann nicht mehr lustig“, gibt Reiter zu be- denken. Bei ihm sei es „nie über den Künstlerbonus hinausgegangen“, beteuer t Reiter. Er beschreibt die Situation mit dem Modell, das seine Muse war, als „oft sehr amüsant“. „Ein Schuss Auf- regung“ gehör te ebenso dazu wie „Euphorie“ bei besonderen Erfolgserlebnissen, wenn man glücklich und als Sieger von der Leinwand weggetreten sei. Inszenierte Vorlage für das spätere Ölbild von 1982 „Die Marketenderin“ Mitternachtsspitzen auf Norwegisch
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